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Entkoffeinierter Kaffee – gesund oder schädlich ?

Koffeinfeier Kaffee ist schon längst kein Nischenprodukt mehr, sondern für immer mehr Menschen ein fester Bestandteil einer gesunden Ernährung und eine genussvolle Alternative zu koffeinhaltigem Kaffee. Besonders Menschen, die nicht auf das Aroma des Heißgetränkes verzichten möchten, aber es gesundheitlich nicht vertragen, greifen auf koffeinfreien Kaffee zurück. Dabei ist das entkoffeinierte Heißgetränk fast schon eine neumodische Entwicklung, die erst 1905 vom Gründer des Unternehmens Kaffee Haag patentiert wurde.

Die Erfindung der entkoffeinierten Kaffeebohne

Kaum ein anderes Heißgetränk wird auf der ganzen Welt so gern getrunken wie es bei Kaffee der Fall ist. Allein in Deutschland wurden 2012 etwa 400.000 Tonnen Kaffee konsumiert. Auch die Auswahl verschiedenster Kaffeeprodukte ist mit steigender Nachfrage und wachsendem Gesundheitsbewusstsein vielfältiger geworden. Denn das koffeinhaltige Getränk ist für immer mehr Menschen nicht mit einer gesunden Lebensweise zu vereinbaren. Auch Ludwig Roselius, Gründer des Unternehmens Kaffee Haag, teilte diese Ansicht. Sein Vater war Kaffeeimporteur und starb mit gerade einmal 59 Jahren. Die Ärzte sahen die Ursache des frühen Ablebens des Familienoberhauptes im hohen Kaffeekonsum des Vaters. Deshalb entwickelte Roselius ein Verfahren, um den Kaffeebohnen das Koffein zu entziehen und ließ es 1905 patentieren. Heute ist entkoffeinierter Kaffee in vielen Haushalten zu finden, weil es für viele Kaffeetrinker die optimale Kombination aus Genuss und Verträglichkeit ist.

Entkoffeinieren – wie der Kaffeebohne das Koffein entzogen wird

Um den Bohnen das Koffein zu entziehen, ohne dabei das Aroma zu verlieren, werden sie zunächst einem chemischen Verfahren unterzogen. Für die Herstellung werden Kaffeebohnen verwendet, die noch nicht geröstet wurden. Das soll eine geringe Beeinträchtigung des Geschmacks garantieren. Auch wenn es verschiedene Methoden des Entkoffeinierens gibt, so läuft das Verfahren grundsätzlich immer in fünf Schritten. Zunächst müssen die Bohnen in Wasser eingeweicht werden, um danach mit Lösungsmitteln extrahiert zu werden. Anschließend erfolgt ein Wasserdampfbad, um die Lösungsmittel wieder zu entfernen. In den beiden letzten Schritten ist die Regeneration der Lösungsmittel an der Reihe und zum Schluss müssen die behandelten Bohnen getrocknet werden. Für die chemische Behandlung werden heute zu 98 Prozent Dichlormethan und Ethylacetat verwendet. Aber den Bohnen das Koffein zu entziehen, funktioniert auch ohne chemische Zusätze und nur mit Wasserdampf. Allerdings bleibt ein sehr geringer Anteil Koffein nach jeder Verfahrenstechnik. In Deutschland darf entkoffeinierter Kaffee nur 0,1 Prozent des stimulierenden Inhaltsstoffes enthalten. Das heißt, vollständig koffeinfrei ist die Sorte nicht und deshalb sollten Kinder auf den Genuss verzichten. Auch in der Schwangerschaft ist es ratsam, mit dem Arzt abzusprechen, ob koffeinfreier Kaffee in Ordnung ist.


Gesund oder schädlich – was medizinische Studien sagen

Ob entkoffeinierter Kaffee wirklich gesundheitsfördernd oder doch vielleicht schädlich ist, haben inzwischen mehrere, internationale Studien untersucht. Ein richtungsgebendes Resultat blieb allerdings bis heute aus. Jedoch zeigten einige Untersuchungen durchaus positive Ergebnisse. So auch in einer umfangreichen Studie der Harvard University. In der Studie wurden etwa 200.000 Datensätze aus drei Untersuchungen, die sich fortlaufend seit mehr als 30 Jahren mit den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten von mehr als 200.000 Probanden beschäftigt, analysiert. Im Ergebnis zeigte sich, dass Menschen, die ein paar Tassen Kaffee täglich genießen, weniger an Diabetes und Herzerkrankungen leiden, als Nicht-Kaffeetrinker. Außerdem zeigte die Analyse, dass ein Kaffeekonsum in Maßen vor neurologischen Symptomen schützen kann. Das Resultat der umfassenden Studie gilt jedoch nicht nur für koffeinhaltigen Kaffee, sondern auch für die entkoffeinierte Variante. Allerdings gibt es auch Menschen, die nicht wegen den gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums Bedenken haben, sondern wegen dem chemischen Verfahren. Der Einsatz von Lösungsmitteln stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Fokus von Kontroversen. Allerdings kann trotz zahlreicher Untersuchungen, nicht belegt werden, dass die für das Entkoffeinieren verwendeten Lösungsmittel gesundheitsschädlich sind, auch wenn Dichlormethan im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Wer lieber auf Chemie verzichten möchte, kann alternativ auf koffeinfreien Kaffee, der schonend im Wasserdampf-Verfahren bearbeitet wurde, zurückgreifen.

Positive Eigenschaften von koffeinfreien Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee Foto: ©Jenny Sturm

Viele Kaffeetrinker mögen koffeinfreien Kaffee, weil er im Vergleich zur koffeinhaltigen Variante als sehr verträglich empfunden wird. Allerdings gilt auch beim entkoffeinierten Heißgetränk: nur in Maßen bleibt es gesund. Denn lediglich das Koffein wurde den Bohnen entzogen, jedoch nicht die anderen Inhaltsstoffe, die für manche Kaffeegenießer ebenfalls gesundheitliche Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und im Herz-Kreislauf-System auslösen können.

Reizarmen, schonend und magenfreundlich: Alles entkoffeinierter Kaffee?

Die inzwischen stetig heranwachsende Kaffeeauswahl ist manchmal etwas verwirrend. Neben zahlreichen Marken, Sorten und Kreationen, gibt es im Handel auch reizarmen, schonenden und magenfreundlichen Kaffee im Angebot. Allerdings handelt es sich bei diesen Sorten nicht um entkoffeinierten Kaffee, wenn auch das Verfahren manchmal vergleichbar ist. Der Schonkaffee ist beispielsweise besonders magenfreundlich, weil in einem speziellen Verfahren die Kaffeesäuren abgebaut wurden, aber enthält Koffein. Jedoch gibt es auch eine koffeinfreie Variante. Ebenfalls besonders magenschonend ist die naturmilde Sorte, die zwar bei der Verarbeitung Entkoffeiniert wurde, allerdings trotzdem Koffein enthält. Ein Kompromiss hingegen ist der sogenannte koffeinreduzierte Kaffee, der gleichzeitig magenfreundlich und säurearm ist. Kaffeegenuss geht eben doch ohne Koffein.

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